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Rama IV. ( Mongkut )
*18.10.1804 - 18.10.1868
 
Mongkut war als künftiger Herrscher erzogen worden. Mit 14 ging er für sieben Monate als Novize in ein buddhistisches Kloster. Als er 20 war, starb sein Vater , Rama II., und die Nachfolge wäre an Mongkut gewesen. Dieser entschloss sich jedoch, zu Gunsten seines jüngeren Halbbruders Nangklao auf das Thronerbe zu verzichten und trat erneut, damals schon verheiratet und Vater zweier Kinder, in ein Kloster ein. Er blieb für 27 Jahre Mönch. Einige Zeit davon verbrachte er auch als Wandermönch und kannte so sehr genau die Befindlichkeiten und Nöte des Volkes.
 
Mongkut hatte die Zeit als Mönch intensiv genutzt, um sich nicht nur spiriuell weiterzubilden, sondern er hatte auch europäische Sprachen gelernt. Er sprach fliessend Latein und Englisch und verfasste später selbst das erste Englisch-Thai-Wörterbuch. Von westlichen Missionaren hatte er alles über die Lebensart des Westens gelernt.
Auf seinen langen Reisen, barfuss mit der Bettelschale, hatte er ungezählte Kunstschätze Thailands wiederentdeckt, die im Laufe der Jahre schlicht in Ver-
gessenheit geraten waren, z.B. den berühmten Inschriftenstein des Ramkamhaeng aus Sukothai, der heute im Nationalmuseum in Bangkok steht und als das erste Dokument in thailändischer Schrift gilt.
Sein Hobby waren jedoch die Naturwissenschaften und hier hatte es ihm besonders die Astronomie angetan.
Als Mongkut 47 Jahre alt war, starb sein Bruder Nangklao und Mongkut wurde ernaut der Thron angetragen, den er schliesslich als Rama IV. bestieg.
Als Humanist war Rama IV. für seine Zeit ein ausgesprochen progressiver und vorrausschauender Monarch. Er hatte erkannt, dass die Zukunft eines freien Siam nur durch einen schwierigen Balanceakt zwischen den europäischen Grossmächten Frankreich und England gewährleistet werden konnte. Grundlage hierfür konnte nur die Öffnung des Landes gegenüber dem Westen sein. Vor allem lag ihm aber die Modernisierung des Landes am Herzen, da nur ein starkes und modernes Siam in der Lage war, sich gegenüber den Grossmächten zu behaupten.
Als abschreckendes Beispiel hatte er immer seinen Nachbarn Burma vor Augen, das immer mehr in das britische Empire einverleibt worden war.
Ramas IV. grösster aussenpolitischer Erfolg war 1855 die Unterzeichnung eines Staatsvertrages mit England. Dieser Vertrag öffnete Siam für den Handel und gewährleistete die Sicherheit der in Siam lebenden Engländer, brachte dem Land aber auf der anderen Seite die Anerkennung als souveränem Staat durch England und die USA ein.
Innenpolitisch belebte er u.a. die Tradition, nach der sich jeder Bürger des Landes direkt mit einer Petition an den König wenden konnte. Obwohl ein grosser Humanist, schreckte er jedoch davor zurück, die Befreiung der Sklaven anzuordnen.
Rama IV. gilt als grosser Bewahrer aber auch Erneuerer der thailändischen Kultur und emsiger Baumeister. Auf religiösem Sektor machte er sich als Erneuerer des Buddhismus einen Namen. Er lies die alten Pali-Texte ins Thai übersetzen und gründete den Dhammayut-Nikaya Mönchsorden, für den er auch als ersten Tempel den Wat Ratchapradit erbauen liess. Dieser Orden lebt nach strengeren Regeln und seine Mitglieder sind auch heute noch an den dunklereren Roben zu erkennen.
Privat baute er sich in Bang Pa-in ein Observatorium, um seiner grossen Leidenschaft, der Astronomie zu frönen. Diese wurde ihm auch indirekt zum Verhängnis : Im Jahre 1868 berechnete der König eine völlige Sonnenfinsternis voraus. Um diese besser beobachten zu können, führte er eine Gruppe Astronomen in ein Sumpfgebiet. Dort zog er sich Malaria zu, an deren Folgen er schliesslich starb.
Im Westen wurde Rama IV. jedoch hauptsächlich als König aus dem Musical "The King and I" bekannt. Dieses geht auf einen Erlebnisbericht der Anna Leonowens zurück, welche von Rama IV. als Lehrerin an seinen Hof geholt worden war. Allerdings hielt Leonowens es wohl mit der Wahrheit nicht so genau und vor allem Yul Brunners Darstellung des Königs als halbnackten Choleriker in der gleichnamigen Verfilmung aus dem Jahre 1956 sahen viele Thais, völlig zurecht, als Beleidigung an. Der Film ist seither in Thailand verboten, ebenso, wie die neuere Verfilmung von 1999, die den König zwar als Sympathieträger darstellt, aber immer noch nicht die wahre Geschichte widergibt.
 
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