| Der Pha That Luang
ist das bedeutendste religiöse und nationale Symbol Laos'.
Für die Laoten repräsentiert er sowohl den buddhistischen
Glauben, als auch die laotische Souveränität. |
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| Zur Mitte des 16. Jahrhunderts hin
erlebte das laotische Königreich Lan Xang unter König
Setthathirat eine Zeit der Blüte. Selbst Lan
Na wurde eine Zeitlang von Lan Xang regiert,
bis interne Querelen Setthathirat zum Rückzug aus
Lan Na zwangen und dieses schliesslich vom burmesischen
Reich Pegu erobert wurde. Um aus der Reichweite der Burmesen
zu gelangen, verlegte Setthathirat die Hauptstadt Lan
Xangs von Luang Prabang nach Vientiane. In
der Folge liess er eine Reihe von buddhistischen Heiligtü- |
| mern in der neuen Hauptstadt
errichten, darunter auch den Pha That Luang. Mit dem Bau
wurde im Jahre 1566 begonnen. Die Legende besagt,
dass sich an dieser Stelle ein uraltes buddhistisches Heiligtum
befunden haben soll, das indische Missionare errichteten, die von
niemandem geringeren als König Asoka ausgesandt worden
waren. Dieses erste Heiligtum soll einen Knochensplitter des Buddha
beherbergt haben. Von diesem Heiligtum finden sich jedoch keine
Spuren mehr, wohl aber von einem Khmer-Heiligtum aus dem
12. Jahrhundert, das später ebenfalls an dieser Stelle
errichtet wurde. |
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Schon bald nach Setthathirat
begann der Stern Lan Changs zu sinken. Das Reich
spaltete sich kurzfristig und Vientiane wurde in den folgenden
Jahrhunderten immer wieder von burmesischen, siamesischen und chinesischen
Eroberern eingenommen. Dabei wurde auch die Vergoldung des That
gestohlen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts liess König
Anouvong, der ein Vassal Siams war, als Schutz
vor Angreifern den wehrhaften Wandelgang um den Pha That Luang
anlegen. Indes nützte es nichts : Anouvong überwarf
sich kurz darauf mit Rama
III. und bei der nachfolgenden Strafexpedition
der Siamesen im Jahre 1828 wurde Vientiane
erobert, geplündert und die meisten Heiligtümer wurden
zerstört. Auch der Pha That Luang wurde schwer beschädigt
und in der Folge |
aufgegeben.
Im Jahre 1867 stiess der französische Architekt
und Abenteurer Louis Delaporte auf die Ruinen des Gebäudes
und fertigte eine Reihe von detaillierten Zeichnungen an. Gegen
Ende des 19. Jahrhunderts wurde Laos schlieslich
Teil Französisch-Indochinas. |
Im Jahre 1900 liessen
die neuen Herren den Pha That Luang neu errichten. Dieses
Bild entsprach jedoch eher ihren romantischen Vorstellungen und
hatte mit dem ursprünglichen Erscheinungsbild des Gebäudes
kaum etwas gemein. In der Folge setzte sich jedoch auch unter den
Kolonialherren ein gesteigertes Interesse an historischen Fakten
durch und im Jahre 1935 wurde die Rekonstruktion
des Pha That Luang abgerissen und das Heiligtum nach den
Zeichnungen Delaportes neu aufgebaut. Dies ist die Form
des That, wie man sie auch heute noch sieht und sie dürfte
recht genau dem ursprünglichen Bauplan entsprechen. Pha
That Luang bedeutet ganz profan übrigens soviel, wie "heiliger,
gelber Chedi". Der offizielleName lautet : Pha Chedi
Lokajulamani, was soviel wie "heiliger, kostbarster
Chedi" bedeutet. |
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| Der Wandelgang hat eine
Seitenlänge von 85m. Er ist mit winzigen Öffnungen versehen
und besitzt in der Mitte jeder Seite ein wehrhaft wirkendes Tor.
In dem Wandelgang findet man eine Reihe von religiösen Gegenständen
und mehr oder weniger zerstörten Buddhafiguren, hauptsächlich
im laotischen und Khmer-Stil. Ein Teil des Wandelganges
wird für eine (grösstenteils recht kitschige) Bilderaustellung
eines laotischen Künstlers genutzt, fragt mich nicht warum. |
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Das eigentliche Heiligtum besteht aus
drei Ebenen : Die erste Grundebene hat eine annähernd quadratische
Ausdehnung von 68m Seitenlänge. Auf der Mauer dieser Ebene
befinden sich 323 Grenzsteine ( sima ). In der Mitte jeder
Seite befindet sich ein überdachter Gebetspavillon, der Durchgang
zur nächsten Ebene bietet.
Die nächste Ebene besitzt eine Ausdehnung von 48m Seitenlänge.
Die Seitenwände werden von 288 Sima gerkönt und
die Wände sind mit 120 grossen Lotusblättern verkleidet.
Diese Ebene wird geprägt von 30 spitzen Chedis, die
die 30 buddhistischen Tugenden repräsentieren und die an die
Türme des Bangkoker Loha
Prasat erinnern. |
Auch hier befinden sich
in der Mitte vier Aufgänge zur nächsten Ebene. Diese Ebene
hat eine Seitenlänge von 30m und auf ihr Ebene befindet sich
der grosse, schlanke That im laotischen Stil, der wiederum
auf einer grossen Halbkugel ruht. Die Konstruktion besteht aus einem
Gerüst aus Ziegeln, das mit Gips verkleidet und später
mit Gold überzogen wurde.
Der Übergang von Halbkugel zu That wird wiederum von
den grossen Lotusblättern markiert. Der geschwungene That
selbst stellt eine stilisierte Lotusblüte dar. Der Lotus spielt
im Buddhismus eine besondere Rolle. Da sich die Lotusblüte
aus sumpfigen Wasser in ihrer gesamten Schönheit erhebt, symbolisiert
sie den erleuchteten Geist, der sich aus dem Sumpf der Unwissenheit
erheben kann. |
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Das gesamte Bauwerk hat
eine Höhe von 45m und abgesehen von den verzierenden Elementen
ist es eigentlich recht schmucklos und lässt an einigen Stellen
eine gewisse Patina erkennen, was wiederum durchaus einen gewissen
Reiz hat.
Ursprünglich befand sich an jeder Seite des Bauwerkes ein Wat.
Heute sind davon noch zwei übrig. Rechts vom Eingangstor, also
südlich, befindet sich der Wat That Luang Tai, links
vom Eingang der Wat That Luang Neua, der als Sitz des obersten
Patriarchen Laos' einige Bedeutung hat und momentan aufwändig
ausgebaut und renoviert wird. |
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Unmittelbar vor dem Pha
That Luang befindet noch die Staute König Setthathirats.
Der Pha That Luang befindet sich auf einem kleinen Hügel
etwa 3,5 km nordöstlich des Stadtzentrums und ist bequem per
Fahrrad, Motorbike oder Tuk-Tuk erreichbar. Der Eintritt kostet
2000 Kip.
Ursprünglich bildete der dreiköpfige Elefant Erawan
das Nationale Symbol der laotischen Monarchie. Nach der kommunistischen
Machtergreifung wurde dieses in Hammer und Sichel umgeändert.
Im Zuge der Entspannung und schrittweisen Öffnung des Landes
wurde jedoch im Jahre 1991 der Pha That Luang
zum Nationalen Symbol Laos' erklärt. Die Vergoldung stammt
aus dem Jahre 1995 und wurde anlässlich des
20. Jahrestages der Demokratischen Volksrepublik Laos angebracht.
Es soll sich um 24 karätiges Gold handeln. Im November ist
er Mittelpunkt eines grossen, bunten Festivals zu seinen Ehren. |
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