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Die letzten zwei Jahre war Skinner mit ein paar befreundeten
Musikern auf Tournee und arbeitete an seinem zweiten Streich "A
grand don't come for free".Fast das gesamte Album wurde wieder
in Skinners Wohnung aufgenommen und er schafft es, die
Erwartungen, die sein Debut geweckt hatte, mehr als zu erfüllen.
Auch wenn The Streets immer wieder im Garage-Zusammenhang
genannt werden, hat die Musik Skinners jedoch wenig mit
der Schicki-Micki-Attitüde der Garage-Szene gemein. Statt von
Champagner-Orgien in coolen Bars erzählt Skinner Geschichten,
die ihm in seinem mehr oder weniger aufregenden Alltag wiederfahren
und es sind vor allem diese Texte, die, falls man sie denn versteht,
das Herz von Skinners Songs ausmachen. Eigentlich könnte
man das, was Skinner produziert schon viel eher Poetry
nennen. Auch auf den 11 Songs von " A grand ..." erzählt
Skinner wieder eine zusammenhängende Geschichte. Im ersten
Song wird schon die gesamte Misere verdeutlicht. Der Erzähler
schafft es nicht, eine DVD rechtzeitig zurückzubringen, seine
Mutter anzurufen und zu allem Überfluss wurde ihm offensichtlich
von einem Kumpel auch noch Geld gestohlen. Die Tatsache, dass sein
Fernseher kaputt ist und seine neue Freundin offensichtlich kein
Verständnis dafür hat, dass er sich vor ihrem Fernseher
einquartiert, um zu kiffen und Fussball zu schauen, kann seine Stimmung
auch nicht entscheidend heben. Nebenbei erlebt er noch ein paar
Abenteuer in der Schlange einer Fast-Food-Kette, verliert schliesslich
seine Freundin, weiss nicht mehr, welchem seiner Freunde er noch
trauen kann und prügelt sich mit dem Fernsehmechaniker. Doch
am Ende renkt sich alles wieder halbwegs ein und auch das verlorene
Geld taucht im letzten Song wieder auf. Dies alles wird lakonisch
mit schwarzem Humor und herzerweichender Offenheit in breitestem
Cockney-Slang und der gewissen Brit-Pop Hochnäsigkeit vorgetragen.
Kostprobe :
I should actually go out and about
Flip some beer mats
Instead of sitting here at my girls gaff
Because all I seem to do is sit in this habitat
Just roaching a spliff, watching the TV and that
And the TV at my house is a bit broken on the back
So I use my girls TV to watch the match
Yeah, I might head out later
To get off this beaten track
Musikalisch untermalt werden Skinners Ergüsse von rumpelnden
Beats und minimalster Instrumentierung, die oft nur aus ein, zwei
Samples besteht. Trotzdem schafft Skinner es, aus verschiedenen
Musikstilen gewissermassen die Essenz zu ziehen und sie auf das
Erforderlichste zu beschränken.So hört man Garage, RnB,
Pop und auch Punkrock heraus. Mich erinnert das ganze sehr stark
an The Fall, allerdings in einem elektronischen Kontext, vor dem
Hintergrund der Acid- und Clubbewegung. Zugegeben, beim ersten
Hören konnte ich recht wenig mit der CD anfangen, aber spätestens
beim dritten Mal war ich in das Skinnersche Universum
eingetaucht und seine spartanischen Melodien gehen mir seitdem
nicht mehr aus dem Ohr. Für mich immer das untrügliche
Indiz für wirklich gute Musik. Absolute Hits sind das herzzerbrechende
"Dry your eyes" und das letzte Stück "Empty
cans", welches sich zu einem kleinem Epos steigert, das mir
Schauer über den Rücken treibt. Bei dem punkigen "Fit
but you know it" hat Skinner übrigens eigenhändig
die Gitarre eines Freundes malträtiert. Einziger Kritikpunkt
sind die fehlenden Lyrics, da Skinners Texte sicherlich
50% der Wirkung ausmachen, wegen seines breiten Slangs aber auch
für geübte Zuhörer nicht unbedingt leicht verständlich
sind.
My jeans feel a bit tight, think i washed them
a bit too high;
I was gonna be late, so i picked up my pace to run.
So enden nur ganz grosse Geschichten. GENIAL !!!
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