Hong Kong 2002
Regie : Andrew Lau, Alan Mak
Darsteller : Tony Leung, Andy Lau, Anthony Wong, Eric Tsang
Yan (Tony Leung) arbeitet für den mächtigen Triadenboss Sam (Eric Tsang). Lau (HKs Superstar und Workaholic Andy Lau) ist ein junger Polizist mit besten Karrierechancen. In Wahrheit ist jedoch Yan der Polizist und von dem toughen Inspektor Wong in die Triaden eingeschleust worden, während Lau schon vor Jahren von dem listigen Sam auf die Polizeiakademie geschickt worden war, um ihn bei der Poli-
zei als Maulwurf zu installieren. So machen beide ihren Job, ohne etwas voneinander zu ahnen. Erst als Sams Geschäfte immer grösser werden und die Polizei ihm nicht auf die Schliche kommt, beginnt Inspektor Wong zu ahnen, dass in seinen Reihen ein Spitzel sitzt und er beauftragt Yan mit der Suche.

Doch auch Sam hat durch Lau erfahren, dass es in seiner Gang einen Verräter gibt und will natürlich mit allen Mitteln herausfinden, wer das ist. So umkreisen sich Yan und Lau schliesslich gegenseitig in einer immer enger werdenden Spirale, an deren Ausganspunkt nur einer überleben kann.
"Infernal Affairs" war einer der erfolgreichsten Hong Kong-Filme des Jahres 2002, begeisterte sowohl Publikum, als auch die Kritiker und heimste eine Reihe von nationalen und auch internationalen Auszeichnungen ein.
Zugegeben, die Story wirkt trivial, aber dass sind Shakespear'sche Dramen zumeist auch. Die Kunst

besteht darin, einfache Geschichten fesselnd zu erzählen und das gelingt den Regisseuren Andrew Lau und Alan Mak auf perfekte Art und Weise. Wie bei Shakespeare, oder -um in der chinesischen Tradition zu bleiben- wie im Taoismus verschwimmen die Gegensätze von Gut und Böse und jeder der Beteiligten sucht seinen Platz im Leben und tut die Dinge, die er halt tun muss, um diesen Platz zu finden und um vor allem zuerst einmal am Leben zu bleiben.
Besonders deutlich wird dies in der Figur des Yan, der verzweifelt nach seiner "legalen" Identität sucht und an seinem "illegalen" Leben zu zerbrechen droht.
So ist "Infernal Affairs" in erster Linie kein Action-Reisser, sondern ein Schauspielerfilm, der von den grossartigen Leistungen seiner Darsteller, allen voran Tony Leung, lebt. Trotzdem bietet der Film noch genug Action und vor allem eine Menge Fallstricke, die die Handlung immer wieder in eine andere Richtung zum dramatischen Finale hintreibt. Dies alles wird mit einer brillanten Kamera vor der grandiosen Kulisse Hong Kongs eingefangen.
Kein Wunder, dass Hollywood auf diese tragische und
zutiefst moralische Geschichte aufmerksam wurde.
Amerikas Experte für tragische und zutiefst moralische Geschichten, Martin Scorsese (!), arbeitet an dem Remake mit Matt Damon und Leonardo Di Caprio in den Hauptrollen. In Nebenrollen sollen Jack Nicholson, Mark Wahlberg und Alec Baldwin auftreten und allein schon dieser Aufmarsch an Hochkarätern verdeutlicht, welchen Stellenwert Hollywood der Geschichte gibt. Man wird sehen, was die Amerikaner aus der brillanten Vorlage machen.
www.infernalaffairs.com
 
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