Das Weihnachtssingen hat in unserer Gegend eine lange Tradition.
Überall auf den Weihnachtsmärkten, in den Gemeinden, in
den Betrieben, Behörden und Justizvollzugsanstalten des Landes
finden sich Menschen zusammen, um die schönste Zeit des Jahres
feierlich zu besingen. Auch die LOKALMATADORE laden jedes Jahr ihre
Freunde ein, das Fest der Liebe gemeinsam zu begehen. Austragungsort
war auch dieses Mal das ehemalige Schifferhaus, das ja schon von
aussen eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Lebkuchenhaus hat
und alle kamen, so wie weiland die drei Heiligen aus dem Morgenland.
Das Schifferhaus war, wie jedes Jahr, zum Bersten
gefüllt und da sich der Beginn des Konzertes aus unerfindlichen
Gründen verzögerte, ergriffen einige junge Männer
die Gelegenheit, und gröhlten mit weihnachtlicher Inbrunst
die alten Lieder.
Den Anfang machten OSTFRONT, die sofort daraufhinwiesen,
dass dies ihr erster Auftritt seit 22 Jahren sei. Nun, nach den
ersten Takten hätte man dies auch sehr gut allein festgestellt
und man ahnte auch sehr bald, dass sie diese letzten 22 Jahre nicht
im Proberaum verbracht haben, zumindest nicht gemeinsam. OSTFRONT
boten Rumpelpunk mit Texten, die vor 22 Jahren sicherlich aktuell
waren. Versteht mich nicht falsch : Mir hat dieser nostalgische
Ausflug in die frühen 80er gefallen, auch wenn das Schlagzeug
schon etwas sehr rumpelte. Aber wir reden hier von PUNK und ich
bin auch kein Kritiker beim METAL HAMMER. Auch das Publikum litt
nicht allzu sehr, da es einfach weiterhin die penibel einstudierten
LOKALMATADORE-Hits sang.
Zum Auftritt der LOKALMATADORE gibt es wenig
zu sagen. FISCH bewies in Nikolaus-Verkleidung erneut seine Fähigkeiten
als Entertainer. Es gab ein Gewinnspiel, bei dem es darum ging das
Auftreten eines bestimmten schmutzigen Wortes in einem Song zu erraten
und ein paar Glückliche nahmen die Gewinne mit einem Leuchten
in den Augen entgegen, wie es nur das Weihnachtsfest in Kinderaugen
zu zaubern vermag.
Die Stimmung war etwas gedämpft, da Schalke
am selben Tag gegen Stuttgart verloren hatte, was mir aber relativ
egal war, da ich als Borusse ohnehin nicht zur Zielgruppe der LOKALMATADORE
gehöre. ( Leider hatte Dortmund aber auch mit 1:2 gegen die
Sch....-Bayern verloren. )
Trotzdem wurde ausgiebig geschunkelt, gesungen und mit Bier gespritzt.
Alles, wie gewohnt, von einem Humor getragen, den meine Eltern unterm
Weihnachtsbaum ungern mit mir teilen würden und der so manche
Nordmanntanne dazu veranlassen dürfte, aus Scham prompt ihre
Nadel abzuwerfen.
Am Ende gab es noch ein Medley alter Schlager, die die LOKALMATADORE
für ihre speziellen Bedürfnisse umgeschrieben hatten.
Fazit : Ein perfekter Auftakt für ein
besinnliches Weihnachtsfest. Zwar nichts Neues, aber warum auch?
Wertkonservative Zeitgenossen wie ich schätzen ohnehin das
Altbewährte. Und so sagen wir alle : "Danke, es war
mal wieder schön! Nächstes Jahr kommen wir wieder !"
An dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis an die Veranstalter
:
Wir Menschen im Ruhrgebiet lieben unsere Region, unsere Weihnachtsbräuche
und unser Bier.
Wenn wir Bier trinken, trinken wir es untergärig und
AUS GLAS. ( Manchmal, aber auch nur manchmal, wenn z.B. das
Geld nicht reicht, trinken wir es auch aus Dosen.)
Aber was wir niemals, aber auch wirklich niemals mögen,
ist es Bier aus ekligen Plastikflaschen mit Schraubverschluss
zu trinken.