JUICY BEATS 10
Westfalenpark Dortmund 30.07.2005
Das Dortmunder JUICY BEATS-Festival hat sich in den letzten 10 Jahren von einer kleinen Open Air-Party einiger House und Drum&Bass begeisterter Aktivisten zu einem der schönsten Festivals für elektronische Musik überhaupt in Deutschland gemausert. Einen grossen Anteil am Erfolg hatte neben der Arbeit der Veranstalter und unzähliger Freiwilliger natürlich auch die Stadt Dortmund, die bereit war, ihre grüne Lunge, den Westfalenpark, den vermeintlichen Gefahren einer solchen Veranstaltung aususetzen. Nicht zuletzt trägt auch die wunderschöne Lokation unterhalb des Fernsehturmes und eingerahmt von mittlerweile historischen Industriebauten und nicht zuletzt dem ehr-
würdigen Westfalenstadion (als -in letzter Zeit arg gebeutelter- BVB-Fan muss ich das hier einfach erwähnen) zu der einmaligen Atmosphäre des Festivals bei, einer Atmosphäre, die man nicht anders, als "entspannt" bezeichnen kann.
Frank Popp Ensemble Auf 13 verschiedenen Bühnen, die alle durch eine Frucht gekennzeichnet sind und jeweils grob einen bestimmten Musikstil widerspiegeln und vor allem weit genug über den Park verteilt sind, dass sie sich nicht gegenseitig stören, treten die verschiedensten Acts auf, wobei man auch hier konstatieren muss, dass sich der Geschmack, auch der Veranstalter, mittlerweile deutlich vom reinen House und Drum&Bass entfernt hat. Bands wie das Frank Popp Ensemble würde ich nicht unbedingt zur elektronischen Musik zählen und trotzdem passen sie in den Rahmen des Festivals.
Gerade diese musikalische Offenheit und die Mischung aus grossen Namen und lokalen "kleineren" Bands und DJs trägt zum Reiz des Festivals bei.
Zwischen den einzelnen Bühnen lädt der Park, der für "normale" Besucher übrigens während des Festivals geöffnet bleibt, zum Spazieren ein oder man legt sich einfach auf eine der zahlreichen Liegewiesen. Auch die Möglichkeit, im Restaurant des Turmes bei housigen Klängen über die Stadt und weite Teile des östlichen Ruhrgebietes zu blicken, bekommt man nicht jeden Tag geboten.
Für mich persönlich war natürlich der Auftritt von DAF der Höhepunkt des Festivals und trotz einiger kleinerer technischer Probleme, merkte man, dass auch die Band sichtlich Spass an ihrem Auftritt hatte. Für mich auch tröstlich, dass der grimmige Haarausfall auch vor Sexsymbolen wie Gabi Delgado-Lopez nicht Halt macht, das aber nur am Rande. Ansonsten ein routinierter Auftritt mit den alten und auch neuen Hits und die Menge, die zu einem grossen Teil aus ähnlich betagten Herrschaften wie ich es bin, bestand, dankte es tanzend, wobei für den guten alten Pogo mittlerweile wohl auch die Kräfte fehlen.
Weiterer Höhepunkt natürlich auch der Auftritt von International Pony, die bei mir seelige Erinnerung an alte Fischmob-Zeiten heraufbeschworen, aber auch mit ihrem "neuen" Projekt begeisterten.
DAF
Der Seepavillon war erneut die Heimat des KOMPAKT Technofloors und zog vor allem die Freunde des minimalen Sounds an. Leider kann man bekanntlich nicht überall zugleich sein und es bedurfte mitunter schon eines strammen Schrittes, um alle persönlichen Highlights auf den verschiedensten Bühnen sehen zu können. Trotzdem lief auch einiges parallel. Aber man muss auch mal Prioritäten setzen können und allein die Tatsache, dass dieses so ist, spricht schon für die Qualität des Festivals.
Dies alles zu einem Eintrittspreis von 16 Euro an der Abendkasse und 13 Euro im Vorverkauf. Die Tickets sind übrigens auch im gesamten VRR als Fahrausweise gültig und gerade für Leute aus entfernteren Gegenden relativiert sich der Eintrittspreis somit noch einmal deutlich. Auf jeden Fall bietet JUICY BEATS einen wunderbaren Rahmen, um einen angenehmen und, wie schon erwähnt, sehr entspannten Tag im Freien zu verbringen und ich freu mich schon aufs nächste Jahr.
   
www.juicybeats.net
 
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