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Diese Annahme ist jedoch grundsätzlich falsch. Einstein
selbst erlangte seine Erkenntnisse zumeist nicht durch mathematische
Berechnungen, sondern durch recht einfache Gedankenexperimente.
Seine Grösse bestand jedoch in seiner Fähigkeit, diese
Gedanken, ungeachtet aller eigenen Zweifel und Hemmungen, konsequent
zuende zu führen und letztendlich richtig zu bewerten. Da
er selbst nicht gerade ein brillanter Mathematiker war, stand
auch er nicht selten vor dem Problem, seine Erkenntnisse in die
komplexe Form der Mathematik, die ja eigentlich nur ein Code ist,
mit dem man logische Zusammenhänge in eine abstrakte Form
bringen kann, zu kleiden und auch Einstein suchte nicht
selten den Rat von Mathematikern.
Natürlich kann man sich Einsteins Theorien auf dem
rein mathematischen Wege nähern. Aber selbst wenn man in
der Lage ist, alle Formeln durchzurechnen, bedeutet dies noch
lange nicht, dass man den Kern der Ergebnisse auch versteht. Auf
der anderen Seite genügen oft schon einfachste naturwissenschaftliche
Grundkenntnisse, um Einsteins Gedankengängen folgen
und die daraus resultierenden Konsequenzen zumindest instinktiv
nachvollziehen zu können.
Der Diplomphysiker und Astronom Thomas Bührke erläutert
im vorliegenden kleinen Buch die wichtigsten Erkenntnisse Einsteins
und wiederholt dabei zumeist die gedanklichen Experimente, von
denen auch Einstein selbst ausging. Die Erläuterung
der mathematischen Zusammenhänge deutet Bührke
an einigen Stellen an, vermeidet sie jedoch zumeist geschickt.
Dadurch, dass er Einsteins Theorien vor dem historischen
Kontext erläutert, wird das eigentlich Revolutionäre
an ihnen deutlich, nämlich der radikale Bruch mit der klassischen
Physik im Newton'schen Sinne, der damals nötig war
um bestehende Widersprüche aufzuheben. Dazu werden noch einige
der wichtigsten Konsequenzen und auch Anwendungen erläutert,
die sich aus Einsteins Gedanken ergeben. Mehr kann ein
Büchlein von knapp 140 Seiten und mit dem Untertitel "Einführung
in die Relativitätstheorie" nicht leisten und Bührke
ist zumindest dies hervorragend gelungen. Ein ideales Buch für
Einsteiger und solche, die einfach nur einen Überblick haben
wollen. Wer tiefer in die Materie eindringen will, der sei zunächst
auf Bührkes Literaturliste verwiesen.
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