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Als er jedoch seine Geliebte an Pyle verliert, beginnt
er hinter die saubere Fassade des Amerikaners zu blicken und erkennt
Abgründe, die ihn schliesslich an einen Punkt bringen, wo
er selbst, angesichts der Ereignisse um ihn herum, Farbe bekennen
muss.
"Der stille Amerikaner" ist eine Parabel auf die unterschiedlichen
Sichtweisen des "alten" Europa und Amerikas. Fowler
und Pyle kämpfen mit unterscheidlichen Mitteln um
die Gunst Phuongs. Fowler repräsentiert
die europäischen Kolonialmächte, die ihrer verlorenen
Liebe - den alten Kolonien - nachweinen, während Pyle
versucht, Phuong mit Versprechen von einer glücklichen
Zukunft und einem Leben im gelobten Land, zu gewinnen, aber auch
vor der Anwendung von Gewalt nicht zurückschreckt, um seine
Ziele zu erreichen.
Man hat Greenes Roman oft vorgeworfen, anti-amerikanisch
zu sein, und das ist er auch. Selbst Greene hat nie einen
Hehl aus seiner Abneigung gegenüber der amerikanischen Politik
gemacht. Obwohl schon 1955, also noch vor dem Beginn des sogenannten
"amerikanischen Vietnamkrieges" geschrieben, mutet Greenes
Roman, gerade im Hinblick auf den neuen amerikanischen Krieg im
Irak, geradezu visionär an und hat nichts von seiner Aktualität
verloren. Nebenbei ist er ein "echter" Greene und bietet
vor exotischer Kulisse eine wunderschöne Liebesgeschichte,
die sich zu einem Krimi auswächst, dessen Protagonisten in
den Strudel der weltpolitischen Éreignisse gerissen werden.
"Der stille Amerikaner" wurde im Jahre 2001 von dem
australischen Regisseur Phillip Noyce verfilmt, der Filmstart
wurde jedoch wegen des 11. September verschoben. Als er dann doch
veröffentlicht wurde, war er wegen des Irakkrieges aktueller
denn je : die Figur des Pyle erinnerte jeden frappierend
an die Neo-Konservativen die in Washington das Ruder in der Hand
halten.
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