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| Preah Khan ist einer
der grössten Tempel Angkors und befindet sich nordöstlich
von Angkor Thom.
Der Tempel wurde um das Jahr 1190 unter König Jayavarman
VII. errichtet. Der Aufbau des Tempels ähnelt dem
des kleineren Ta Prohm
und so wie der Ta Prohm der Mutter des Königs gewidmet
war, so diente der Preah Khan dem Andenken an Jayavarmans
VII. Vater. |
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| Die zentrale Stele des Tempels konnte geborgen werden
und sie gibt Aufschluss über Geschichte und Bedeutung des Preah
Khan. Vermutlich befand sich hier vorher der königliche
Palast Yasovarmans
II.. Inschriften sprechen von einem "See
aus Blut" an dieser Stelle, ein Hinweis auf eine grosse Schlacht,
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| die hier stattfand. Vemutlich
handelte es sich um die Schlacht, in der Jayavarmans VII.
Heer die Cham besiegte und schliesslich aus Angkor
vertrieb. Der Name Preah Khan bedeutet übrigens soviel,
wie "Heiliges Schwert". |
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Preah Khan war in erster Linie
ein buddhistischer Tempel, obwohl auch hier viele hinduistische
Motive auftauchen und letztlich den Synkretismus der Khmer
widerspiegelten. Vermutlich handelte es sich beim Preah Khan
jedoch um viel mehr als nur einen Tempel, sondern eher um eine Art
buddhistischer Universität. Die Tempelstele spricht von 1000
Lehrern, 1000 Tänzern und etwa 95 000 Bediensteten, wobei natürlich
auch die einfachen Bauern, die mit der Versorgung des Tempels betraut
waren, mitgezählt worden sein dürften.
Diese Menschen lebten in der grossen Stadt, die sich um das zentrale
Tempelgebäude herum ausbreitete. An allen vier Haupteingängen
stösst man auf die Darstellung von Göttern und Dämonen,
die an grossen |
Nagas ziehen. Ähnliche
Darstellungen findet man an den Toren Angkor
Thoms und man vermutet, dass Jayavarman VII.
selbst auf dem Gelände des Preah Khan residierte,
während Angkor Thom gebaut wurde. Preah Khan
ist nach Osten ausgerichtet und von dort besucht man auch normalerweise
den Tempel. Hier befindet sich das ausgetrocknete Jayatataka
Baray, 3,5km lang und 900m lang. Eine Terrasse, bewacht von
Löwen und flankiert von Nagas fungierte als Landungsbrücke.
Von hier führt ein, von Grenzsteinen markierter , Weg zum östlichen
Gopura. Die Grenzsteine zeigen eine Chimäre mit einem
Löwenkopf, einem menschlichen Körper und Vogelfüssen.
Nun gelangt man an eine Brücke über den Wassergraben des
Tempels, analog der Brücken vor den Stadttoren Angkor Thoms.
Die Figuren der Götter und Dämonen sind jedoch weitgehend
zerstört und aufgrund der abgelegenen Lage des Tempels wurden
die meisten Köpfe der Figuren gestohlen. Der östliche
Gopura ist der Haupteingang zum Tempel und dementsprechend
gross und reich verziert, z.B. mit grossen Garudas, die
jeweils ihren Feind, die Nagas in ihren Klauen halten.
Die äussere Mauer umfasst einen Bereich von 800m x 700m und
bot Platz für eine Stadt, von der jedoch kaum noch Spuren übrig
sind. In diesem Gopura fand man die Statue einer knieenden
Prinzessin, die eines der schönsten Beispiele der Khmer-Bildhauerei
darstellt. Die Statue befindet sich heute im Musee Guimet
in Paris. |
Hinter dem östlichen Gopura gelangt
man auf einen breiten Pfad, der zu einem weiteren Gopura
führt. Unterwegs passiert man die Ruinen eines sogenannten
"Hauses des Feuers", analog einem Gebäude im Ta
Prohm. Hierbei handelt es sich um eines von 121 Gebäuden,
die Jayavarman VII. entlang der Strassen seines Reiches
errichten liess. Vermutlich dienten sie als Rastplätze für
Pilger.
Man gelangt nun an eine grosse kreuzförmige Terrasse, die von
Nagas flankiert wird. Diese "Naga-Brücken"
symbolisieren in Khmer-Tempeln den Übergang von der
realen Welt in die Welt der Götter.
Die Terrasse führt direkt zu einem weiteren Gopura,
der den Einlass in den inneren Tempelbereich bietet. Dieser Bereich
hat eine Ausdehnung von 200mx175m. |
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| Eine Mauer aus Laterit
umgibt diesen Bereich. Dieser östliche Gopura besitzt
fünf Eingänge, ist von Galerien umgeben und mit 100m Länge
der grösste Gopura des Preah Khan. Auf der
linken Seite fallen zwei grosse Baumwollbäume auf, von denen
einer schon abgesägt wurde. Die Wurzeln dieser Bäume krallen
sich förmlich in die Mauern der Galerien. |
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| Was im Ta Prohm
ein durchaus gewünschter Effekt ist, verursacht in diesem Tempel
Probleme, denn man kann sehen, dass einige Querbalken schon unter
dem Gewicht der Bäume kollabiert sind. andererseits sind es
gerade die enormen Wurzeln, die die Strukturen stützen und
bei einem Absterben der Bäume würden auch die Gebäudeteile
einstürzen. Darüberhinaus steht der verbliebene Baum bedenklich
schief und man fürchtet, dass er in den inneren Tempelbereich
stürzen und dort erhebliche Schäden verursachen könnte. |
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Hinter dem Gopura gelangt man
in den Inneren Tempelbereich, der eine Reihe von Gebäuden aufweist.
Ähnlich wie im Ta Prohm wirkt auch in diesem Tempel
das eigentliche Heiligtum recht beengt, verglichen mit den enormen
Ausmassen des gesamten Tempelareals. Man befindet sich vor einem
langen Gebäude ohne Dach. Auch hier handelt es sich, wie im
Ta Prohm um eine "Halle der Tänzer", in
der rituelle Tanzdarbietungen stattfanden.
Interessant sind die scheinbar leeren Nischen an den oberen Querbalken,
direkt über den Reihen von Tänzern. Diese enthielten ursprünglich
Buddhafiguren, die jedoch unter den direkten Nachfolgern Jayavarmans
VII., besonders aber unter Jayavarman VIII. entfernt
wurden. Dies war der letztlich erfolglose |
| Versuch, den alten hinduistischen
Glauben wieder im Reich einzuführen. Zahllose Kunstwerke fielen
diesem Bildersturm zum Opfer. |
Bewegt man sich nun rechts um die "Halle
der Tänzer" herum, entdeckt man eines der ungewöhnlichsten
Gebäude des Preah Khan und auch ganz Angkors.
Es handelt sich um ein zweistöckiges Haus mit runden Säulen.
Da kein Aufgang zum zweiten Stockwerk sichtbar ist, vermutet man,
dass sich dort eine hölzerne Treppe befand. Eventuell handelt
es sich um einen Speicher. Die runden Säulen geben ihm ein
hellenistisches Aussehen und dieses Gebäude hätte wohl
ohne Zweifel auch sehr gut nach Athen oder Rom
gepasst.
Neben der "Halle der Tänzer" und dem zentralen Heiligtum
umfasst diese dritte Einfriedung noch drei weitere Tempel, die sich
an jeden der übrigen Gopuras anschliessen und um das
zentrale Heiligtum |
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| angeordnet sind. Das nördliche,
dieser aus Kreuzgängen bestehenden Gebäude ist Shiva geweiht,
das westliche Vishnu. Diese Götter gruppieren sich
förmlich um Buddha, dem das Heiligtum in der Mitte geweiht
war. Das innere Heilgtum ist ein Labyrinth aus Gängen, Galerien
und Räumen. Der Preah Khan erfuhr nach seiner Errichtung
eine ganze Reihe von Ergänzungen, was zu dem beengten Eindruck
führt, den er heute bietet. |
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Blickt man vom östlichen Gopura
des inneren Bereiches nach Westen, kann man quer durch die ganze
Anlage Blicken. Direkt vor einem befand sich einst die berühmte
Stele des Tempels, die man jedoch aus Gründen der Sicherheit
fortgeschafft hat.
Geht man weiter in Richtung zentralem Heiligtum, fallen die vielen
Löcher in den Wänden auf. Diese dienten wohl der Befestigung
grosser Bronzeplatten als Verkleidung. Die Inschrift berichtet,
dass beim Bau des Preah Khan etwa 1500t an Bronze verbraucht
wurden.
Ursprünglich befand sich im zentralen Heiligtum eine Statue
von Avalokitesvara, die dem Vater Jayavarmans VII.
nachempfunden wurde. Diese Statue wurde jedoch, vermutlich unter
Jayavarman VIII., zerstört und |
| aus dem Heiligtum
entfernt. Stattdessen befindet sich nun dort ein kleiner singhalesischer
Stupa, offensichtlich aus späterer Zeit, vermutich
dem 16. Jahrhundert. |
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